
Verkleiden, Kürbisse gestalten und Süßigkeiten sammeln, darauf freuen sich viele Kinder an Halloween. Doch gerade für jüngere oder sensible Kinder sind all die gruseligen Masken, großen Skelette und unheimlichen Gestalten manchmal etwas viel.
Dabei gibt es an Halloween so viele Dinge, die auch ohne große Schreckmomente Spaß machen. Warum sollten Gespenster nicht freundlich schauen, Monster lustige Frisuren tragen und Hexen lieber Kekse backen, als jemanden zu verhexen?
Deshalb habe ich ein paar einfache Ideen für ein gemütliches Halloween ohne Grusel zusammengestellt.
Ein Halloween-Korb mit kleinen Überraschungen
Ein Bilderbuch, ein paar Halloween-Sticker und ein kleines Stoffgespenst: So könnte ein Boo Basket für dein Kind aussehen.
Für den Überraschungskorb brauchst du zunächst nur einen kleinen Korb oder eine hübsche Schachtel. Überlege dir dann, worüber sich dein Kind gerade freuen würde. Vielleicht malt es gerne und bekommt ein Halloween-Ausmalbild mit neuen Stiften. Oder es liebt Verkleidungen und findet im Korb schon die Katzenohren für sein Halloweenkostüm. Auch ein paar Keksausstecher in Gespensterform sind eine schöne Idee, wenn ihr später gemeinsam in der Hexenküche backen möchtet.
Zwei oder drei kleine Überraschungen und etwas zum Naschen reichen völlig aus.
Du kannst den Halloween-Korb schon einige Tage vor Halloween zusammenstellen oder erst am 31. Oktober. Vielleicht wird aus dem Korb mit der Zeit eine kleine Tradition, auf die sich dein Kind jedes Jahr freut.
Halloween-Kürbisse mit lustigen Gesichtern bemalen

Ein Kürbis mit verschlafenen Augen, einer mit einem breiten Grinsen oder einer, der frech die Zunge herausstreckt. Beim Kürbisse bemalen können auch die Kleineren schon richtig kreativ werden.
Dazu braucht ihr ein paar Kürbisse, deckende Bastelfarbe, Pinsel und eine Unterlage für den Tisch. Für Kinderhände sind kleinere Kürbisse mit einer möglichst glatten Schale einfacher zu gestalten. Wascht die Kürbisse auf jeden Fall vor dem Bemalen gründlich und trocknet sie gut ab.
Als Erstes überlegt ihr euch gemeinsam, welche Gesichter eure Kürbisse bekommen sollen. Um sicher zu gehen, könnt ihr vorab auch eine Skizze auf Papier machen.
Danach geht es ans Malen. Mit einem breiteren Pinsel entstehen Augen und Mund. Für Wimpern, Sommersprossen oder kleine Augenbrauen nehmt ihr einen dünnen Pinsel. Auch rote Wangen machen sich auf einem orangefarbenen Kürbis gut. Für die Kleinen kannst du die Umrisse vorzeichnen. Anschließend malt dein Kind die Formen aus und ergänzt nach Lust und Laune weitere Details. Und wenn ihr keine Gesichter mögt, könnt ihr die Kürbisse genauso gut bunt anmalen.
Wenn die Farbe getrocknet ist, bekommen die Kürbisse einen Platz vor der Haustür oder auf der Fensterbank. Mit LED-Teelichtern daneben kommen die Gesichter am Abend richtig zur Geltung.
Die meisten Kindern finden es übrigens super, den Kürbissen Namen zu geben. So begrüßen Bruno, Frida und Kürbis-Karl die Halloweenbesucher.
Lustige Halloween-Monster aus Toilettenpapierrollen

Wie wäre es mit einem Monster, das drei Augen hat? Oder einem, dessen wilde Haare in alle Richtungen abstehen? Aus leeren Toilettenpapierrollen könnt ihr einfach eine ganze Familie lustiger Halloween-Monster basteln.
Sammelt dafür rechtzeitig Toilettenpapierrollen. Außerdem braucht ihr Bastelfarben, Pinsel, Tonpapier, Kleber, eine Schere und, wenn ihr habt, einige Wollreste. Zuerst bemalt ihr die Rollen in verschiedenen Farben. Während sie trocknen, könnt ihr schon Augen, Hörner, Arme und andere Monsterteile ausschneiden.
Drei Ideen für eure Monsterwerkstatt:
Das Hörnchen-Monster: Schneidet zwei große Augen aus weißem Papier aus und malt die Pupillen hinein. Dazu kommen zwei spitze Hörner und ein breiter Mund mit kleinen Papier-Zähnen.
Das Zottel-Monster: Dieses Monster bekommt nur ein großes Auge, dafür aber eine ziemlich wilde Frisur. Schneidet einige Wollfäden zurecht, fasst sie zu einem Büschel zusammen und klebt sie innen am oberen Rollenrand fest.
Das Dreiaugen-Monster: Warum nicht zur Abwechslung drei Augen? Ergänzt zwei Fühler aus Papierstreifen und kurze Arme, die seitlich aus der Rolle herausragen.
Natürlich dürfen die Monster auch ganz anders aussehen. Vielleicht braucht eines sieben Augen oder trägt zwei verschiedene Hörner. Und wer sagt eigentlich, dass Monster nicht gleichzeitig Flügel und eine wilde Wollfrisur haben dürfen?
Leckereien aus der Hexenküche
Was essen eigentlich kleine Hexen, Fledermäuse und Gespenster? Wie wäre es mit Spinnenpizza, knusprigen Hexenbesen und süßen Bananengeistern? Dazu gibt es einen geheimnisvollen Hexentrank mit dunklen Beeren.
Für die Hexenküche habe ich vier einfache Rezepte ausgesucht, bei denen dein Kind viel mithelfen kann.
Spinnenpizza mit Oliven

Für die Mini-Spinnenpizzen braucht ihr fertigen Pizzateig, Tomatensoße, geriebenen Käse und schwarze Oliven.
Stecht aus dem Teig mit einem großen Glas kleine Kreise aus. Anschließend bestreicht ihr sie mit Tomatensoße und verteilt etwas Käse darauf.
Jetzt bekommen die Pizzen ihre Spinnen. Halbiert einige schwarze Oliven für die Körper und schneidet weitere Oliven in schmale Streifen. Aus den Streifen legt ihr acht kleine Beinchen um jeden Spinnenkörper. Wenn dein Kind keine Oliven mag, nimmst du einfach Paprika, Zucchini oder eine Mischung aus allen dreien für die Spinnen.
Backt die Pizzen nach den Angaben auf der Teigverpackung. Die fertigen Spinnenpizzen schmecken warm und kalt.
Hexenbesen aus Käse und Salzstangen
Für die kleinen Hexenbesen braucht ihr dünne Käsescheiben, Salzstangen und frischen Schnittlauch.
Als Erstes legt ihr Schnittlauchhalme in eine Schale und übergießt sie mit kochendem Wasser. Lasst die Halme 5 Minuten ziehen. In der Zwischenzeit schneidet ihr den Käse in kleine Rechtecke. An einer Längsseite schneidet ihr viele schmale Fransen hinein. Oben lasst ihr einen etwa einen Zentimeter breiten Rand. Jetzt wickelt ihr den Käse mit diesem Rand um das Ende einer Salzstange und bindet ihn vorsichtig mit einem Schnittlauchhalm fest. Schon hat eure Hexe einen kleinen Besen zum Knabbern.
Bananengeister zum Nachtisch
Schält Bananen und schneidet sie in der Mitte durch. Stellt die Stücke mit der Schnittfläche nach unten auf einen Teller. Jeder Bananengeist bekommt zwei kleine Schokoaugen und einen Mund. Wer möchte, gestaltet unterschiedliche Gesichter: Ein Gespenst lacht, ein anderes schaut ganz erstaunt.
Am besten bereitet ihr die Bananengeister erst kurz vor dem Essen zu, damit sie frisch bleiben.
Ein Hexentrank mit dunklen Beeren
Für den Hexentrank mischt ihr dunklen Traubensaft und sprudelndes Mineralwasser. Beginnt mit gleichen Teilen Saft und Wasser. Wenn ihr es fruchtiger mögt, gebt noch etwas Saft dazu.
Ein paar Heidelbeeren oder Brombeeren und ein Name wie Fledermausbrause machen den Trank geheimnisvoll. Für jüngere Kinder schneidest du die Beeren vorher klein.
Einfache Halloweenkostüme selbst machen
Für diese drei Kostüme braucht ihr nur ein paar Kleidungsstücke aus dem Schrank und selbst gemachte Accessoires.

Schwarze Katze
Für das Katzenkostüm sucht ihr ein schwarzes Oberteil und eine dunkle Hose oder einen Rock heraus. Dazu bastelt ihr einen Haarreif mit Katzenohren. Schneidet zwei große Dreiecke aus schwarzem Filz oder Tonpapier aus. Klebt die Ohren anschließend an den Haarreif.
Für den Katzenschwanz könnt ihr einen langen Stoffstreifen verwenden, den ihr hinten am Hosenbund befestigt.
Fledermaus mit großen Flügeln
Für die Fledermaus braucht ihr ebenfalls dunkle Kleidung. Die Flügel entstehen aus schwarzem Stoff oder Filz.
Schneidet zwei Flügel aus und gebt ihnen an der unteren Kante die typischen geschwungenen Bögen. Anschließend näht ihr die Flügel am Rücken und an den Ärmeln eines Oberteils fest. Wenn dein Kind die Arme ausbreitet, werden die Flügel sichtbar. Mit zwei kleinen Fledermausohren aus Filz ist das Kostüm komplett.
Wenn ihr keinen Stoff habt oder nicht nähen wollt, gehen fest Flügel aus Tonkarton.
Kleine Hexe
Ein dunkles Kleid oder ein Rock mit passendem Oberteil bilden die Grundlage für das Hexenkostüm. Jetzt fehlt vor allem noch der Hexenhut.
Rollt dafür ein Stück schwarzen Tonkarton zu einem Kegel und klebt die Kanten zusammen. Aus einem zweiten Stück Karton schneidet ihr eine runde Hutkrempe mit einer Öffnung in der Mitte aus. Befestigt den Kegel darauf und schmückt den fertigen Hut mit einem Band oder einer Schleife.
Wenn ihr die Accessoires schon vor Halloween bastelt, könnt ihr die Kostüme in Ruhe anprobieren und noch die eine oder andere Kleinigkeit ergänzen.
Freundliche Halloween-Gesichter schminken
Die Schminke für die drei Kostüme ist ebenfalls einfach. Ihr braucht dazu hautverträgliche Kinderschminke, einen feinen Pinsel, etwas Wasser und einen Spiegel. Testet neue Schminkprodukte unbedingt vorher auf einer kleinen Hautstelle.
Katzengesicht mit Schnurrhaaren

Beginnt mit einer kleinen schwarzen Nase auf der Nasenspitze. Malt anschließend auf jede Wange drei feine Schnurrhaare und ein paar schwarze Punkte. Damit ist die kleine Katze schon fertig geschminkt.
Fledermaus auf der Wange

Für die Fledermaus malt ihr zunächst einen kleinen dunklen Körper auf die Wange. Rechts und links kommen die gezackten Flügel dazu. Zwei spitze Ohren vervollständigen das Motiv.
Lilafarbene Sterne für die Hexe

Die Hexe bekommt zwei oder drei lilafarbene Sterne auf die Wange. Beginnt mit einem größeren Stern und ergänzt eventuell einen oder zwei kleinere daneben.
Zwischendurch können die Kleinen immer wieder in den Spiegel schauen, wie ihnen die Schminke gefällt. Und wenn dein Kind keine Schminke mag oder allergisch drauf reagiert, sind die Kostüme auch ohne vollkommen in Ordnung.
Gespenster-Picknick im Wohnzimmer
Für ein Gespenster-Picknick braucht ihr eine große Decke, ein paar Kissen und die Leckereien aus der Hexenküche. Schon wird das Wohn- oder Kinderzimmer zum Picknickplatz. Als zusätzliche Gäste beim Picknick ladet ihr selbst gebastelte Serviettengespenster ein.
Lustige Gespenster aus Servietten basteln
Für ein Serviettengespenst braucht ihr eine weiße Serviette, etwas Papier, einen dünnen Faden und einen schwarzen Filzstift.
Knüllt zunächst ein kleines Stück Papier zu einer Kugel und legt es in die Mitte der Serviette. Zieht die Serviette über die Papierkugel und bindet sie direkt darunter mit dem Faden zusammen. So entsteht der runde Gespensterkopf. Jetzt malt ihr zwei Augen und einen Mund auf. Vielleicht schaut ein Gespenst erstaunt, ein anderes lacht und das nächste macht ein ganz verschlafenes Gesicht. Stellt die kleinen Gespenster rund um eure Picknickdecke auf oder verteilt sie zwischen den Tellern.
„Süßes oder Saures“ bei vertrauten Menschen
Mit dem Kostüm von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten sammeln gehört für viele Kinder zu Halloween. Allerdings fühlen sich nicht alle Kinder (oder auch Eltern) wohl damit, einfach bei Fremden zu klingeln. Eine tolle Lösung ist, sich vorher mit ein paar Nachbarn, Freunden oder Familienmitgliedern zu verabreden.
Drei oder vier Häuser in der näheren Umgebung reichen völlig aus. Dein Kind begegnet dort bekannten Gesichtern und kann trotzdem die Aufregung genießen, verkleidet vor einer Haustür zu stehen und eine kleine Überraschung zu bekommen.
Plant die Strecke am besten so, dass ihr alle Häuser bequem zu Fuß erreicht. Wenn ihr in der Dämmerung unterwegs seid, nehmt eine Taschenlampe mit.
Als Tasche zum Sammeln der Süßigkeiten könnt ihr, wenn ihr mögt, Stoffbeutel oder eine stabile Papiertüte mit Halloweenmotiven gestalten.
Halloweenbücher und Geschichten mit wenig Grusel
Eine freundliche Hexe auf ihrem Besen oder ein neugieriges Gespenst auf einer alten Burg: Auch in Kinderbüchern gibt es jede Menge Halloweenfiguren, die eher neugierig machen als erschrecken.
Zwei Bücher mag ich für ein Halloween mit weniger Grusel besonders gern:
„Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ von Julia Donaldson und Axel Scheffler erzählt von einer freundlichen Hexe, die mit ihrer Katze auf einem Besen unterwegs ist. Auf ihrer Reise gesellen sich immer mehr Tiere dazu. Als ein Drache auftaucht, müssen die Freunde zusammenhalten. Die gereimte Geschichte passt gut für jüngere Kinder. Wenn ihr lieber einen Film schauen möchtet, gibt es gibt es die Geschichte auch als etwa 25 Minuten langen Animationsfilm. Die Begegnung mit dem Drachen sorgt in beiden Fassungen kurz für Spannung, aber nicht für Grusel.
„Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler lebt auf Burg Eulenstein und möchte unbedingt einmal die Welt bei Tageslicht kennenlernen. Die Geschichte bietet für Kinder ab etwa sechs Jahren genügend Lesestoff für mehrere gemütliche Vorleseabende.
In meinem kostenlosen Herbst-Set findest du außerdem die Geschichte „Das Geheimnis der Halloweennacht“.
Darin erlebt Lina eine ungewöhnliche Halloweennacht rund um einen geheimnisvollen Kürbisacker. Auf zwei Seiten erzählt die Geschichte von einer Begegnung, die anders verläuft, als Lina zunächst erwartet.
Du kannst die Vorlesegeschichte zusammen mit den anderen Vorlagen aus dem Herbst-Set kostenlos herunterladen und ausdrucken.
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Halloween darf auch ein bisschen weniger gruselig sein
Nach Halloween hängen die selbst gebastelten Fledermausflügel wieder im Kleiderschrank und die Papprollenmonster ziehen ins Kinderzimmer um. Die bemalten Kürbisse bleiben noch eine Weile vor der Haustür stehen, und das neue Halloweenbuch kommt ins Bücherregal.
Und im nächsten Jahr? Vielleicht möchte dein Kind wieder eine Katze sein, vielleicht bastelt ihr neue Monster oder probiert ein anderes Rezept aus der Hexenküche. Vielleicht darf es dann ein bisschen mehr Grusel sein der ihr feiert wieder euer ganz eigenes gemütliches Halloween. Halloween verändert sich mit den Kindern. Was heute noch ein bisschen unheimlich wirkt, ist im nächsten Jahr vielleicht schon ganz aufregend. Bis dahin dürfen die Gespenster ruhig freundlich schauen und die Monster lustige Gesichter haben.